Die verborgene Wirkung des Hausschwamms: Wenn die Stärke des Holzes langsam schwindet

Die verborgene Wirkung des Hausschwamms: Wenn die Stärke des Holzes langsam schwindet

Der Echte Hausschwamm gehört zu den gefürchtetsten Holz zerstörenden Pilzen in Gebäuden – und das aus gutem Grund. Er wächst oft unbemerkt hinter Wandverkleidungen, unter Dielen oder in Zwischendecken, während er die Tragkraft des Holzes Stück für Stück zerstört. Wird der Befall erst spät entdeckt, kann der Schaden erheblich und die Sanierung kostspielig sein. Doch was macht den Hausschwamm so gefährlich, und wie kann man sich in Deutschland wirksam davor schützen?
Ein Pilz mit außergewöhnlichen Fähigkeiten
Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist ein holzzerstörender Pilz, der besonders in feuchten, schlecht belüfteten Bereichen gedeiht – etwa in Altbauten, Kellern oder hinter dichten Wandverkleidungen. Seine Besonderheit liegt in der Fähigkeit, sich über große Distanzen auszubreiten, sogar durch Mauerwerk hindurch, um neues Holz zu befallen.
Das Myzel des Pilzes ist meist grauweiß bis silbrig und erinnert an Watte oder Spinnweben. Typisch ist auch ein modriger, feuchter Geruch. Wenn der Pilz Fruchtkörper bildet, erscheinen diese als flache, rostbraune Flächen mit einem weißen Rand. Millionen von Sporen werden freigesetzt und können über Jahre hinweg überleben, bis sie wieder auf günstige Bedingungen treffen.
Wenn Holz seine Tragkraft verliert
Der Hausschwamm ernährt sich von der Zellulose im Holz – einem der Hauptbestandteile, die dem Material Festigkeit verleihen. Wird die Zellulose zersetzt, verliert das Holz seine Stabilität, wird brüchig und porös. Oft sieht es an der Oberfläche noch intakt aus, zerfällt aber bei Druck oder Belastung.
Typische Anzeichen sind eine bräunliche Verfärbung und würfelförmige Risse im Holz. In fortgeschrittenen Fällen kann die Tragfähigkeit von Balken, Decken oder Fußböden so stark beeinträchtigt sein, dass ganze Bauteile ersetzt werden müssen. Deshalb ist schnelles Handeln entscheidend, sobald ein Verdacht besteht.
Feuchtigkeit – der entscheidende Faktor
Ohne Feuchtigkeit kann der Hausschwamm nicht überleben. Er tritt daher fast ausschließlich in feuchten Gebäudeteilen auf – etwa nach Wasserschäden, Rohrbrüchen oder bei unzureichender Belüftung. Besonders tückisch ist, dass der Pilz Wasser über seine Myzelstränge über mehrere Meter transportieren kann. So kann auch Holz befallen werden, das weit entfernt von der eigentlichen Feuchtigkeitsquelle liegt.
Eine reine Trocknung der sichtbaren Stellen reicht daher selten aus. Die Ursache der Feuchtigkeit muss gefunden und dauerhaft beseitigt werden, um einen erneuten Befall zu verhindern.
So erkennen Sie den Hausschwamm
Der Hausschwamm bleibt oft lange unentdeckt, doch es gibt einige Warnsignale, auf die Sie achten sollten:
- Verfärbtes, rissiges Holz – insbesondere bräunliche Töne und würfelförmige Risse.
- Ein modriger, feuchter Geruch – ähnlich wie in einem alten Keller.
- Myzelbeläge – grauweiße, watteartige Strukturen auf Holz oder Mauerwerk.
- Fruchtkörper – flache, rostbraune Flächen mit hellem Rand.
- Weiches oder loses Holz – Dielen oder Balken geben bei Druck nach.
Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte umgehend einen Bausachverständigen oder Holzschutzexperten hinzuziehen. Je früher der Befall erkannt wird, desto geringer ist der Schaden.
Bekämpfung und Sanierung
Die Bekämpfung des Hausschwamms erfordert eine Kombination aus Trocknung, Entfernung befallener Materialien und einer gründlichen Behandlung der Umgebung. Befallenes Holz muss vollständig entfernt werden – meist mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 50 cm über den sichtbaren Befall hinaus. Mauerwerk wird gereinigt und gegebenenfalls mit fungiziden Mitteln behandelt. Gleichzeitig muss die Feuchtigkeitsquelle beseitigt werden.
In Deutschland ist die Sanierung von Hausschwamm-Schäden in der Regel eine Aufgabe für Fachbetriebe, da der Pilz tief in die Bausubstanz eindringen kann. Eigenmaßnahmen reichen selten aus, um ihn dauerhaft zu beseitigen.
Vorbeugung – der beste Schutz
Der wirksamste Schutz gegen den Hausschwamm ist ein trockenes, gut belüftetes Gebäude. Folgende Maßnahmen helfen, das Risiko zu minimieren:
- Regelmäßige Lüftung von Kellern, Dachböden und Feuchträumen.
- Schnelle Reparatur von undichten Dächern, Regenrinnen oder Wasserleitungen.
- Kontrolle der Feuchtigkeit in Wänden und Böden, besonders nach Starkregen oder Wasserschäden.
- Vermeidung dichter Verkleidungen, die das Austrocknen von Holz verhindern.
- Verwendung von imprägniertem oder widerstandsfähigem Holz in feuchtegefährdeten Bereichen.
Ein trockenes Haus ist der beste Schutz – und die sicherste Vorsorge gegen den schleichenden Angriff des Hausschwamms.
Wenn der Schaden bereits da ist
Wird ein Befall festgestellt, ist besonnenes Handeln gefragt. Lassen Sie den Schaden fachgerecht begutachten, dokumentieren Sie ihn und informieren Sie Ihre Gebäudeversicherung – manche Policen übernehmen Teile der Sanierungskosten, abhängig von der Ursache.
Auch wenn der Hausschwamm zunächst wie ein unlösbares Problem wirkt, kann er mit professioneller Hilfe erfolgreich bekämpft werden. Sobald die Feuchtigkeit beseitigt und die Konstruktion saniert ist, kann das Gebäude wieder sicher und stabil stehen – ohne dass die Stärke des Holzes im Verborgenen schwindet.
















